Schimmel durch Feuchte in Innenräumen von Gebäuden

Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer Umwelt. Ihre Sporen sind in vielen Bereichen zu finden, also auch in Innenräumen an Wänden, Wandecken, Decken... In sehr geringen Konzentrationen sind sie meist so gut wie harmlos für den gesunden Menschen mit intaktem Immunsystem. In höheren Konzentrationen können sie aber zu gesundheitlichen Beschwerden der Bewohner führen.

Man unterscheidet zwischen sichtbarem Befall und verdecktem Befall. Der sichtbare Befall ist meist mit bloßen Augen an Flecken, meist in dunkler Farbe, erkennbar. Aber auch wenn man mit dem Auge nichts erkennen kann, aber die Räume einen modrigen oder muffigen Geruch haben, könnte das ein Anzeichen für Schimmelpilz, in dem Fall für einen verdeckten Befall hinter Wänden Decken und Verschalungen in Holräumen, sein.

Der Schimmelpilz braucht als Basis für den Wachstum ausreichend Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum (mehrere Tage konstant hohe Feuchtigkeit reicht oft schon aus!).

 

Schimmelpilze in Innenräumen

Ursache:

Schimmelpilze in Innenräumen wachsen vor allem dann, wenn die relative Luftfeuchtigkeit in in Räumen über einen längeren Zeitraum zu hoch ist (über 65-70% r.F.) bei gleichzeitig niedrigen Raumtemperaturen, oder die Bausubstanz feucht ist. Eine hohe Luftfeuchtigkeit oder Bauteildurchfeuchtung kann verschiedene Ursachen haben, u.a.:

 

  • Feuchteanreicherung in Räumen durch unzureichendes Heizen und Lüften, insbesondere in luftdichten Gebäuden ohne technische Lüftungsanlagen. Feuchteschäden treten fast nur in der Heizperiode auf (Oktober bis April)

  • Entstehung von Feuchtigkeit in Räumen, z.B. durch Wäschetrockenen, Duschen, Kochen, Zimmerbrunnen, viele Pflanzen, Luftbefeuchter…

  • Kondensation (Tauwasserbildung) der Luftfeuchte im Bereich von kalten Wänden, Außenecken, Wärmebrücken, hinter wandnahen Schränken oder dichten Vorhängen an Außenwänden

  • Gebäude in denen die Fenster energetisch modernisiert werden, aber die Gebäudehülle nicht zusätzlich wärmegedämmt wird (Taupunktverschiebung vom Fenster in den Wandbereich – häufiges Problem bei Gebäuden im Bestand!) Nicht mehr das Fenster ist beschlagen, sondern Feuchtebildung auf der Wandoberfläche

  • Feuchte in der Bausubstanz, z.B. aufgrund Neubaufeuchte durch ungenügendes Außtrocknen nach dem Bau oder durch Wassereintritt durch undichte Dächer (insbesondere Flachdächer) nach Rohrbrüchen oder Überschwemmungen, durch defekte Dachrinnen und Fallrohre, Risse im Mauerwerk der Gebäudehülle, fehlende Abdichtungen

 

 

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Richtig und ausreichend heizen und regelmäßig lüften

  • Möbel nicht zu nah an kalte Außenwände stellen, keine schwere Gardinen dort

  • Wäschetrocknen nicht in der Wohnung, nach Duschen umgehend feuchte Luft durch Stoßlüften rauslüften…

  • Bauschäden mit Feuchteaustritt umgehend beheben

 

 

Maßnahmen bei einem Befall:

Grundsätzlich sollten die Bewohner bei Schimmelpilzbefall schnell reagieren und einen Fachmann hinzuziehen. Es gibt Schimmelpilze die sehr giftig und  gefährlich sind und ein kurzfristiges Handeln erforderlich machen. Der Laie kann nicht erkennen wie gefährlich der Befall ist.

 

 

Ablauf bei einem Schimmelpilzbefall:

1. Ortsbegehung

Die Ursachen des Schimmelpilzbefalls sollten durch einen Fachmann einem Baubiologen oder Schimmelpilzsachverständigen, umgehend durch eine Ortsbegehung verbunden mit bauphysikalischen Messungen geklärt werden und das Ergebnis schriftlich und mit Schadensbildern festgehalten werden (Begehungsprotokoll).  Mein Baubiologie Büro verfügt über die erforderlichen physikalischen Messgeräte zur Klärung der bauphysikalischen Ursachen vor Ort.
 

2. Probenahme

Das Ausmaß des Schadens und die Gesundheitsgefährdung kann bei auffälligem Befall durch eine Laboruntersuchung geklärt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. Analyse der Raumluft, des Hausstaubs und/oder der befallenen Materialien. Mein Baubiologie Büro verfügt über entsprechende Probenahme-Technik und ist ausgebildet  für die Probenahme vor Ort. Ich arbeite hier eng mit mehreren Fachlaboren zusammen, die dann die Proben auswerten und einen Laborbericht zum Befund erstellen.  

 

3. Sanierung

Die Sanierungsempfehlung und Vorgehensweise ergibt sich aus den gewonnen Erkenntnissen in der Ortsbegehung. Wer an dem Hinzuziehen eines Fachmanns spart und die Ursache nicht klärt, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Wiederbefall nach einer Sanierung rechnen und damit verbunden weiteren Folgekosten. Zudem können unentdeckte Bauschäden mit Feuchtaustritt die Bausubstanz stark schädigen mit sehr hohen Folgekosten.  

 

Grundsätzlich gilt, der Schimmelpilz muss vollständig von den befallenen Stellen entfernt werden, auch abgetötete Schimmelpilze können allergisch und reizend wirken! Es reicht oftmals nicht aus, das Problem mit Schimmel-Vernichterprodukten aus dem Handel zu beseitigen. Auf jeden Fall falsch wäre,  die befallenen Stellen einfach zu überstreichen.

 

Ein sehr kleiner Befall kann nach Ursachenklärung meistens in Eigenregie beseitigt werden. Bei großem Befall ist die Sanierung durch eine speziell dafür qualifizierte Fachfirma durchzuführen.

 

 

Schimmelpilzgutachten:

Auf Wunsch des Kunden kann, auf Basis vom Begehungsprotokoll beim Ortstermin und Laboranalyse der Proben, ein ausführliches Schimmelpilzgutachten erstellt werden.
 

 

Schimmelpilzbefall in der Mietwohnung:

Oftmals führen Schimmelpilzprobleme zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter, weil der Mieter die Miete kürzt. Die Frage ist dann, ist die Wohnung schadhaft (Feuchte durch Baumangel) oder liegt ein falsches Nutzungsverhalten des Bewohners vor. Eine Lösung für das Problem ist die Durchführung eines Schimmelpilzgutachtens durch mich als Sachverständigen (TÜV).

 

 

Holbach MBASS30 Luftprobenahmesystem

Probenahme vor Ort

Bestimmung von:

Schimmelpilzsporen in der Raumluft

mittels unterschiedlichen Sammel-

köpfen.

- Luftkeimsammler LKS30 zur

  Luftprobenahme von

  kultivierbaren Keimen

- Partikelsammler PS30 zur

  Luftprobenahme von allen

  Keimen (auch nicht kultivierbaren),

  Fasern und Partikeln

- Die Probesammlung erfolgt

  mittels Petrischale oder Objektträger

- Auswertung der Proben in einem zertifizierten Fachlabor

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